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Arbeitsschwerpunkte 2012 im Quartier: Wo sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?

Liebe Bewohner/-innen, wo drückt aus Ihrer Sicht  der Schuh am meisten im Quartier ? In welchen Tätigkeitsfeldern sehen Sie für 2012 besonderen Handlungsbedarf?
(Bitte entscheiden Sie sich für eines der Themenfelder.)

(Wenn Sie Ihre Meinung ausführlicher begründen wollen, schreiben Sie uns doch einen Leserbrief. Ihr QM-Team)

 

Ich finde wichtig ...

gute Nachbarschaft, gemeinsame Erlebnisse
Gestaltung für Brachflächen, Pflege für Grünflächen
gute Kitas und Schulen
aktive Beteiligung der Bewohner
Arbeit, Beschäftigung, Qualifizierung
Kunst und Kultur im Quartier
besseres Image für den Kiez
andere Bereiche
Ich wohne nicht im QM-Gebiet.

Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Soziale Stadt".

Verein zur Förderung der Alternativen Bibliothek Hellersdorf e.V. (Peter-Weiss-Bibliothek):

Buchvorstellung im April 2010:


Der Verein zur Förderung der Alternativen Bibliothek Hellersdorf e.V. wird im September 2010 zwanzig Jahre alt. In dieser Zeit hat die Bibliothek - heute Peter-Weiss-Bibliothek - literarische Veranstaltungen zu einem festen Bestandteil ihrer Tätigkeit entwickelt. Ein besonderer Vorzug sind die Lesungen von Autoren, die ihre neuen Werke in der Peter-Weiss-Bibliothek vostellen und darüber hinaus mit interessierten Leserinnen und Lesern ins Gespräch kommen möchten.

Ein solcher Anlass war das Erscheinen eines neuen Buchs von Klaus Bellin. Der Autor las am 11.04.2010 aus seinem Buch "Es war wie Glas zwischen uns - Die Geschichte von Mary und Kurt Tucholsky". Das Buch ist erst vor kurzem im Verlag Berlin-Brandenburg erschienen.

Gleich vorweg ein hohes Lob an Klaus Bellin: Er hat es dank umfangreicher und gründlicher Recherchen vermocht, eine Liebesgeschichte zu schreiben, die aber letztlich eine Tragödie war. Und die hat der Autor unter Zuhilfenahme von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen in ausgezeichneter Sprachkultur zu Papier gebracht.

Die Lesung begann mit der Schilderung des Zusammentreffens von Kurt Tucholsky und Mary Gerold mitten im Ersten Weltkrieg im Kurland. Mary ist für den Schriftsteller die erste Liebe und sie bleibt die große Liebe. Davon zeugen die beiderseitigen Liebesbekundungen.

Klaus Bellin hat sie herausgefunden und in seinem Buch interpretiert; aber auch beider Enttäuschungen. Mary meinte: "Er gehört allen anderen, aber nicht mir." Tucholsky bekennt: "Ich habe nicht aufgehört, dich zu begehren." 1933 wurde die 1924 eingegangene Ehe geschieden - vermutlich aus politischen Überlegungen heraus. Beide wollten sich nicht gefährden und den Nationalsozialisten  ergeben. 

Kurz vor seinem Tod 1935 schrieb Tucholsky diese Selbsterkenntnis: "Hat einen goldenen Klumpen in der Hand gehabt und sich nach Rechenpfennigen gebückt, hat nicht verstanden und hat Dummheiten gemacht, hat zwar nicht verraten, aber betrogen, und hat nicht verstanden."

Es war zu erwarten, dass die kundige Zuhörerschaft viele Fragen an Klaus Bellin richten wollte. Mit hoher Sachkenntnis und tiefem Einfühlungsvermögen beantwortete er diese. Da ging es um Eindrücke, die beim Lesen der Beschreibungen von Rheinsberg (1912) und Schloss Gripsholm (1931) hervorgerufen worden sind. Die Vermutungen über Tucholskys Tod sowie das Wissen um seine innere Zerrissenheit und Depressivität ließen die Frage nach einem Selbstmord aufkommen, der auch als als "Selbsttötung aus Versehen" (Michael Hepp) gedeutet worden ist.

Hochachtung wurde Mary Tucholsky gezollt, die im bayerischen Rottach-Egern ein Tucholsky-Archiv aufgebaut und damit das literarische Erbe Tucholskys
gesichert hat. 2500 Veröffentlichungen hat sie gesammelt, seine Briefe während der Hitlerzeit versteckt und damit ihren Liebsten über den Tod hinaus geehrt. Eine erfreuliche Information: Klaus Bellin hat Mary gekannt und mit ihr korrespondiert.

Dieser Sonntag war für alle Literaturfreunde ein großes Erlebnis und gab viele Anregungen zum Lesen des vorgestellten Buchs. Überdies war diese Lesung ein würdiger Auftakt zur Vorbereitung des Bibliotheksjubiläums.Siegfried BirknerApril 2010

 

 

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