Die KIEZREPORTER berichten
"Arbeitssuchend":
![]() Knoten in der Leitung. Foto: Kurt Michel/PIXELIO.de |
Vom Glück, endlich „arbeitssuchend“ sein zu dürfen!
In der Agentur für Arbeit in Hellersdorf fand kürzlich folgender Dialog statt: „Sie wollen sich also arbeitssuchend melden? Sie sind doch überhaupt nicht verfügbar!“
„Wenn ich einen Kita-Platz für meine Tochter gefunden habe, bin ich verfügbar, aber dafür brauche ich einen Kita-Gutschein und den bekomme ich nur, wenn ich mich hier als ‚arbeitssuchend’ melde.“
„Aber sie können doch jetzt überhaupt keine Termine wahrnehmen.“
„Natürlich bin ich zeitlich eingeschränkt solange ich noch keinen Kita-Platz habe. Nachmittags kann ich aber meine Kleine in der „Arche“ betreuen lassen, wenn ich einen Termin habe.“
„Sie sind also nicht verfügbar. Gestern in der Dienstbesprechung haben wir erst darüber geredet: Wer nicht verfügbar ist, kann sich auch nicht als ‚arbeitssuchend’ melden.“„Darf ich hier Faxen machen?“ fragte meine Zweijährige ganz unvermittelt und hängte sich an den Tisch. „Ja, hier darfst du das!“ antwortete ich ihr.
„Wie soll ich denn aus diesem Kreislauf herauskommen?“ wandte ich mich wieder meiner eigentlichen Gesprächspartnerin zu. „Wenn sie mir nicht bestätigen, dass ich ‚arbeitssuchend’ bin, bekomme ich nie einen Kita-Gutschein, nie einen Kita-Platz, werde also nie verfügbar sein.“
„Na, dann muss ich mal meine Kollegin fragen.“
Diese war im Kundengespräch und wir warteten.
Nach Zwiesprache mit der Kollegin kam noch der Einwand: „Aber sie können doch noch nicht einmal einen Termin für ein Vorstellungsgespräch wahrnehmen!“
„In dem Fall werde ich schon eine Ausnahmelösung finden.“
Das war zum Glück überzeugend! Ich bekam die heißbegehrte Bescheinigung, dass ich arbeitssuchend bin und verabschiedete mich dankend.
Text: Janka Neumann
Juni 2010
Foto: Kurt Michel/PIXELIO.de
KIEZREPORTER - was ist das denn ?
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