Die KIEZREPORTER berichten:
... über Gestrüpphecken:
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»Der facettenreiche Wuhle-Hönow-Weg beginnt im Wuhletal und führt mit einer Länge von 3,9 km durch Siedlungsgebiete in Hellersdorf und die Hönower Weiherkette und endet am U-Bahnhof Hönow. Durch seine interessante Wegführung ist er sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad erkundbar.«
So beginnt ein Text der Berliner Senatsverwaltung/des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf über den Wuhle-Hönow-Spazier- und Wanderweg zur Naturerkundung. Zu dessen Entstehen setzt der Text in etwas schrägem Deutsch fort: »… Die Abstimmung für die Wegeführung und die Entwürfe erfolgten mit … den Grundstückseigentümern und mit den Bewohnern.«
Was für die Planungsphase richtig war, kann auch in der Nutzungs- und Wartungsphase, in die wir nunmehr eingetreten sind, nicht falsch sein. Denn hier hapert’s.
Holz des Anstoßes sind die den Wuhle-Hönow-Weg in der Hönower Weiherkette in zunehmender Länge und Dichte begleitenden Totholzwälle, auch euphemistisch „BENJES-Hecken“ (nach ihren Erfindern, den Gebrüdern Hermann und Heinrich BENJES) genannt.
Ihre Erfinder frischten ein altes Konzept nieder-deutscher Bauern für den Windschutz ihrer Felder auf und empfahlen ihre Anwendung zur Re-Naturierung „flurbereinigter“ (Acker- und Wiesen-)Flächen, zur Vernetzung von Lebensräumen der heimischen Flora und Fauna durch Gehölzschnitthecken, dort, wo es an Gehölzen mangelt. Über die Anlage derartiger Hecken in Stadtgrünflächen sagen die Herren BENJES nichts; und man wird sie (die Hecken) wohl auch im Tiergarten oder im Friedrichshain vergeblich suchen.
BENJES-Hecken werden auch in Landschaftsschutzgebieten nicht von fleißigen Bibern angelegt, sondern vornehmlich von sogenannten „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ im Auftrag der Natur- und Grünflächenämter.
So sieht man denn auch im Grüngebiet der „Hönower Weiherkette“ jahrein, jahraus neue Nichtfachkräfte nach Gutdünken zuerst Gehölze schneiden, dann an die - welch’ eine Glück - vorhandenen Wege schleppen und in unmittelbarer Nähe dieser Wege aufschichten. Dutzende Meter weit, mal mit 50 Zentimeter Abstand, mal mit 150 Zentimeter Abstand zum Weg, immer öfter aber auch mit Null Dezimeter Abstand.
Da, wo nun alle Gassi-geh-Hunde schnuppern und ihre Geschäftchen verrichten, wo fröhlich trappelnde Jogger vorbeihasten - da soll nun ein bedrohtes Vögelchen sein Nest aufschlagen, weil es die „Maßnahme“ so will. Das glaubt doch kein NABU-Mensch!
Andererseits wird dem im obigen Text willkommen geheißenen erkundungsfreudigen Naturfreund doch etwas hölzern zumute, wenn er zwischen Beerenpfuhl und dem Brücklein vor der U-Bahn-Station Hönow an mehreren 100 Metern Totholz-Mauer vorbeiziehen darf. Da sieht er nämlich den Wald vor lauter Holz nicht mehr, insbesondere unsere Mitbürger unter zehn Jahren und unter ein Meter Augenhöhe, die ja ganz besonders den „Erfahrungsraum“ eines Gehölzes mit allen Arten Pflanzen und Tieren kennenlernen wollen und nicht nur die erstaunlichen Mengen an Totholz, die man von ihren natürlichen Fall- und Vermoderungsstellen wegbewegen und einfallslos „in Linie“ aufschichten kann.
Es wäre doch schön vom Amt, wenn es in dieser - ganz kleinen - technologisch-ökologischen Frage an die „Aufgabenstellung“ des Wuhle-Hönow-Weges und an die Wünsche der Anwohner denkt. Dem Wanderer, der dieses Weges am Krautpfuhl entlangkommt, scheint es, als ob die unlängst dort tätig gewordenen Kräfte nicht die adäquate Anleitung von ihrem Projektleiter oder vom zuständigen „Fachorgan“ erhielten.
Text & Foto: Dr. Hermann Wollner,
Anwohner der Weiherkette
November 2010
KIEZREPORTER - was ist das denn ?
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