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Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Soziale Stadt".

Das Wohngebiet Hellersdorfer Promenade (Stand: März 2006):

Die Gebäude




Das mit verschiedenen Infrastruktureinrichtungen konzipierte Wohngebiet wurde 1987 bis 1989 in industrieller Bauweise als Baufeld des Magdeburger Baukombinats errichtet. Die Gebäude bestehen aus unterschiedlichen Typen der Wohnungsbauserie WBS 70. Die sechs zentralen um die Hellersdorfer Promenade angeordneten Blöcke wurden als so genannte „Ratio-Bauten" mit flächenreduzierten Grundrissen erbaut.

Nahezu alle Gebäude im Wohngebiet wurden in den vergangenen Jahren teilmodernisiert oder – instand gesetzt. Allerdings in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlichem Standard. Die Fassaden der Wohngebäude direkt an der Fußgängerzone Hellersdorfer Promenade wurden noch nicht erneuert. Der im Wohngebiet vorhandene Leerstand von insgesamt ca. 10% stellt sich bei näherer Betrachtung als struktureller Leerstand dar.

Mehr als 80% der Wohnungen im Wohnungen verfügen über eine Loggia, mehr als die Hälfte über Küchen mit Fenster. Mit Aufzügen ausgestattet sind dagegen lediglich die Punkt-Hochhäuser am nördlichen Wohngebietsrand sowie zwei Wohnkarrees am Naumburger Ring, südlich der Quedlinburger Straße.

Alle ehemals im Besitz der WoGeHe (Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf) befindlichen Wohnungen im Gebiet wurden Ende der 90er Jahre an sieben private Eigentümer veräußert.

Die Bewohner


Im „jungen“ Wohngebiet Hellersdorfer Promenade sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gute Chancen für ihr weiteres Leben im Gebiet haben. Besonderer Aufmerksamkeit bedarf aber auch die Gruppe der Senioren, die hinsichtlich der sozialen Situation und auch in Bezug auf ihr Engagement momentan eine stabile Stütze des Wohngebiets darstellen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung der Bevölkerung im Bundesgebiet sind die Wohnbedingungen auch im Wohngebiet Hellersdorfer Promenade so zu optimieren, dass ältere Menschen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung verbleiben können.

Die Umzugsbewegungen der vergangenen Jahre waren gekennzeichnet durch einen Wegzug von Familien mit Kindern (absoluter Rückgang an Einwohnern bei der Gruppe der unter 18-jährigen) sowie einen negativen Saldo bei den Erwerbstätigen.

Der Erwerbslosenanteil im Wohngebiet ist im Vergleich zu anderen Gebieten überdurchschnittlich hoch und nimmt kontinuierlich zu: 2003 lag der Anteil bei über 24% im Vergleich zu 18,5% im Gesamtbezirk Marzahn-Hellersdorf. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen darunter ist auf 43% angewachsen. Aufgrund der sozialen Situation sind Verarmungstendenzen der Bevölkerung feststellbar, von denen auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind.

Handel und Gewerbe

Das Wohngebiet hat einen geringen Bestand an Gewerbeflächen. Es handelt sich dabei fast ausschließlich um Erdgeschossbereiche in Wohngebäuden mit Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe. Sie sind überwiegend auf die Fußgängerzone Hellersdorfer Promenade mit 10.000 qm Gewerbefläche in 71 Gewerbeeinheiten konzentriert. Durch den Bau des „Kaufparks Eiche“ und des Zentrums „Helle Mitte“ verlor diese Einkaufsstraße erheblich an Bedeutung.

Der Bestand an Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen im Wohngebiet selbst ist zwar gering, deckt aber die Grundversorgung. Ein erweitertes Angebot ist in den nahe gelegenen Einkaufszentren zu Fuß gut erreichbar.

Soziale Infrastruktur


Abriss der ehemaligen Bücherwurm-Grundschule. Foto: U. Janke


Abriss der ehemaligen VHS. Foto: U. Janke


Abriss der ehemaligen KiTa Tangermünder Straße


KiTa "Spielhaus"

Mit Fertigstellung des Wohngebiets Ende der 80er Jahre war die Versorgung mit Einrichtungen der sozialen Infrastruktur - vor allem Kindertagesstätten und Schulen - sehr gut. Auf Grund der Bevölkerungsentwicklung wurde jedoch zum Schuljahresende 2005 auch die letzte im Wohngebiet verbliebene Grundschule aufgegeben. Die Kinder besuchen nun - zum Teil verbunden mit erheblichen Schulwegen - zwei außerhalb des Wohngebiets gelegene Grundschulen. Zudem teilen die Grenzen der beiden Schuleinzugsbereiche das Wohngebiet jetzt in zwei Hälften.

Nach Schließung der Stadtteilbibliothek offerierte allein noch die Volkshochschule im Wohngebiet Bildungsangebote für eine breite Öffentlichkeit. Aber auch diese Einrichtung wurde Ende 2005 geschlossen und an einen zentralen Standort am Cottbusser Platz verlagert. Die Standorte der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik und des Oberstufenzentrums Gesundheit II grenzen direkt südlich an das Wohngebiet an.

Zwei der drei leer stehenden Kindertagesstätten im Gebiet wurden bereits abgerissen. Für die dritte ist der Abriss beschlossen. Allein am Rande des Wohngebiets in der Zerbster Straße bleibt eine Kindertagesstätte in freier Trägerschaft dauerhaft erhalten. Darüber hinaus gibt es noch zwei kleinere Angebote der Kinderbetreuung in freier Trägerschaft sowie das kommunale Jugendfreizeitzentrum „Eastend".

Das Wohngebiet Hellersdorfer Promenade ist durch ein geringes Angebot an kultureller und sozialer Infrastruktur und ein entsprechend wenig farbenfrohes Kiezleben gekennzeichnet. Als Einrichtung der Seniorinnenarbeit ist das „Kiek In" aufzuführen. Vereine oder ehrenamtlich arbeitende lokale Akteure sind bisher nicht aktiv.

Stärken, Chancen, Potenziale


In der Fußgängerzone


Innenhof


Jugendclub "Eastend"


HELLA-Mädchenclub

Eine der Hauptqualitäten des Wohngebiets Hellersdorfer Promenade ist die überwiegend ruhige Wohnlage bei gleichzeitiger Nähe zum Zentrum. Die vorwiegend fünf- bis sechsgeschossige Bebauung mit zentraler Fußgängerzone und ruhigen durchgrünten Höfen ist ein Potenzial.

Hinzu kommt das große Angebot an Grün- und Freiflächen. Die Qualität des Wohnumfeldes ist durch den vom Land Berlin initiierten „Aktionsplan Magdeburger Allee - Hellersdorfer Promenade“ und den Einsatz öffentlicher Fördermittel des Programms „Soziale Stadt“ (Wohnumfeld- und Stadtumbauprogramm) in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden. Dabei wurde das sowohl für den Individualverkehr als auch durch den öffentlichen Personennahverkehr gut erschlossenen Wohngebiet über zusätzliche Fuß- und Radwegeverbindungen besser mit den angrenzenden Wohngebieten und den Naherholungsgebieten verknüpft. Die Nähe zu Bus, U- und Straßenbahn bindet das Wohngebiet gut an den ÖPNV an.

Mit dem Jugendclub „Eastend“, dem HELLA Klub für Mädchen und junge Frauen und dem Projekt „Arche“ besteht eine interessante Vielfalt von Kooperationspartnern für die Arbeit im Kinder- und Jugendbereich.

Es gibt im Wohngebiet Hellersdorfer Promenade eine ausreichende Grundversorgung (Einzelhandel, Kleingewerbe) und ein langsam wachsendes gastronomisches Angebot.

Das Zusammenkommen von ruhiger Wohnlage, hohem Grünanteil und etlichen Möglichkeiten für eine Entwicklung von Freizeitangeboten bei guter ÖPNV-Anbindung und zentraler Lage im Stadtteil bildet einen Erfolg versprechenden Rahmen für die Entwicklung eines stabilen Wohngebietes.

Während des vorangegangenen Planungsverfahrens „Aktionsplan Magdeburger Allee" entwickelten sich bereits ein stabiler Kern engagierter Bewohnerinnen und Bewohner sowie eine enge Partnerschaft mit einem Teil der Wohnungseigentümer.

Stand: März 2006