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Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Soziale Stadt".

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Französische Oberschüler erkunden Berliner "Randlage":

Während ihrer mehrtägigen Berlin-Exkursion machten Schülerinnen und Schüler des Lycée en Forêt aus der zentralfranzösischen Kleinstadt Montargis am 26.02.2009 auch einen Abstecher in die Hellersdorfer Promenade.

"Wir wollen nicht nur die Glitzerfassade der Innenstadt, sondern möglichst viele Facetten von Berlin sehen." ließen die 16- bis 19-Jährigen von der Dolmetscherin der Gruppe übersetzen.  Und dazu gehören auch die Neubaugebiete am Stadtrand.

Dieses spezielle Interesse an Stadtrandquartieren verwundert nicht. Die Krise in den französischen "Banlieues" zu entschärfen, den perspektivlosen Vorstädten, wo die Spannungen zuletzt Ende November 2008 eskalierten, als Jugendliche in drei Krawallnächten in Villiers-le-Bel nördlich von Paris mit Schrotflinten auf Polizisten schossen, gehört zu den Großaufgaben von Staatspräsident Sarkozy.

Nun gehört das Städtchen Montargis, touristisch bekannt als das "Venedig von Gâtinais" - wegen der zahlreichen Kanäle, die kreuz und quer durch die Stadt fließen, glücklicherweise nicht zu den Hauptschauplätzen gewaltbeladenen Jugendprotests. Immerhin taucht es aber in den Statistiken der Banlieu-Krawalle von 2005 auf: da brannten auch in Montargis Autos und Müllcontainer.

Gegensteuern durch Bildung und Integration

Die jungen Gäste erfahren an diesem Februartag, dass Berlin nicht Paris und Hellersdorf keine "Bannmeile" (frz.: Banlieue) ist. Sie hören, wie in Berlin seit 1999 mit den Mitteln des Stadtteil- und Quartiersmanagements und dem Förderinstrumentarium des Programms "Soziale Stadt" gearbeitet wird, um Stadtvierteln (wieder) eine Perspektive zu geben. Ein aufwändiges und nicht selten langwieriges Unterfangen, das durch schwierige allgemeine Rahmenbedingungen noch zusätzlich belastet wird. Um so wichtiger dabei: beispiel- und modellhafte Ansätze, die verankert und längerfristig finanziert werden.

"Im Quartier Hellersdorfer Promenade setzen wir besonders auf Bildung, Familienförderung und soziale Integration." erläutert Daniela Kuhnert vom QM-Team und stellt dazu Projekte wie die "Lesepaten", das Mentorenprogramm "Profis für Kinder", die Angebote für "Teenie-Mütter"  und das "Elterntraining" vor. Hinzu kämen generationsübergreifende Feste und Aktionen, um Nachbarschaft und Zusammenhalt zu stärken.

Wer denn ursprünglich die Idee zu diesen Formen des "Kiez-Liftings" hatte, ob auch für ältere Leute etwas getan werde, auf welche Weise die Anwohner einbezogen würden und ob dieses Einbeziehen auch gelänge, ob es auch Kinder aus ärmeren Familien an die Universitäten schafften, ob sich Anwohner durch das Etikett "Problemviertel" stigmatisiert fühlten  - zahlreiche interessierte Nachfragen zeugten von der Sensibilität der französischen Jugendlichen in Bezug auf diese Thematik.

Hoffnung für die Vorstädte?

In Frankreich sind immerhin schon etliche Vorgängerregierungen mit Versuchen gescheitert, die Situation in den Banlieues zu verbessern. Viele Jugendliche in den Vorstädten lehnen den jetzigen Präsidenten Sarkozy, der die sozialen Brennpunkte im Wahlkampf und seit seiner Amtseinführung im Mai 2007 gemieden hatte, komplett ab. Als Innenminister hatte er früher Jugendbanden als «Gesindel» bezeichnete, dessen man sich mit dem Kärcher (Hochdruckreiniger) entledigen müsse.

Mit dem 2008 angeschobenen Programm "Espoir banlieues" (Hoffnung Vorstädte) will die französische Regierung nun eine "neue Dynamik für eine bessere Integration der Jugendlichen schaffen" und den Jugendlichen in den Vorstädten eine bessere Zukunftsperspektive geben.  Die Themen "Bildung und Schule" sollen dabei - wie auch im deutschen Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" - eine zentrale Rolle spielen.

Text & Fotos: P. Strachovsky (KM)
Februar 2009


Mehr zum Programm "Espoir banlieues": www.botschaft-frankreich.de