Infrastruktur
Sie hat sich in den letzten Jahren im Großbezirk Marzahn-Hellersdorf rasant entwickelt. Rund um den Alice-Salomon-Platz entstand das neue Zentrum des Stadtteils Hellersdorf, die "Helle Mitte". Hier konzentrieren sich Einkauf, Dienstleistung, Kultur und Verwaltung. Das Rathaus, ein Multiplex-Kino, das MarktplatzCenter und die Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik prägen den Platz. Im nahe gelegenen Oberstufenzentrum werden junge Menschen in sozialen Berufen ausgebildet. Das neue Gebäude des Arbeitsamtes ist in der Janusz-Korczak-Straße. 1000 neue Wohnungen bieten Lebensqualität. Im Entwicklungsgebiet Biesdorf-Süd wurde das Einkaufszentrum am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz mit 25.000 Quadratmetern eröffnet. „EASTGATE Berlin“, das größte Einkaufszentrum im Osten Berlins öffnete im September 2005 seine Pforten. Der Kernbereich am S-Bahnhof Marzahn entwickelt sich zum Handelsschwerpunkt.
Wirtschaftsstruktur
Während in der Großsiedlung Hellersdorf Einzelhandel und wohngebietsnahe Dienstleistungen überwiegen, bestimmen in Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf vorrangig Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe das wirtschaftliche Bild. Im ehemaligen Bezirk Marzahn stehen 555 ha Industrie- und Gewerbefläche zur Verfügung, das sind 17,6 Prozent der Fläche. Bisher haben sich dort Betriebe, wie NILES Werkzeugmaschinen GmbH, Knorr-Bremse Berlin Zweig –NL, Berlin Cosmetics GmbH, Harry-Brot GmbH und andere angesiedelt. Gegenwärtig sind im Bezirk Marzahn-Hellersdorf insgesamt 15.853 Gewerbebetriebe gemeldet.
Bevölkerungsstruktur
Das Durchschnittsalter beträgt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf 38,4 Jahre. Fast jeder Dritte ist ein Kind bzw. ein Jugendlicher. Die durchschnittliche Personenzahl pro Haushalt ist mit 2,1 die höchste in Berlin. 34.400 Haushalte mit Kindern verleihen dem Bezirk in puncto Kinderreichtum den zweithöchsten Rang innerhalb aller Berliner Bezirke.
Die Anzahl der Alleinerziehenden beträgt etwa 20 000 und ist damit die zweithöchste in Berlin. Das mittlere Pro-Kopf-Einkommen blieb mit 850 Euro auf dem Niveau der Vorjahre. Damit platzierte sich der Bezirk weiter im unteren Drittel der Rangfolge der Berliner Bezirke.
Die Bürger von Marzahn-Hellersdorf verfügen im Durchschnitt über eine Wohnfläche von 32,4 Quadratmetern - die geringste Berlins – und ihre Bruttokaltmiete ist die zweitniedrigste. Die durchschnittliche Mietbelastung, bezogen auf das Haushaltsnettoeinkommen, ist mit 19 % am geringsten.
Die spezifische Bevölkerungsentwicklung bringt es mit sich, dass die Kitas und Grundschulen in der Großsiedlung zunehmend leer stehen und die Oberschulen diesem Trend in den nächsten Jahren folgen werden.
Stadtentwicklung
Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist Mitglied des „Gesunden Städtenetzwerkes“, erhielt 1996 die Anerkennung als „Zukunftsbeständige Stadt“ und präsentierte auf der EXPO 2000 das „Hellersdorf-Projekt“ – die Strategie zur nachhaltigen Weiterentwicklung eines Stadtteiles in industrieller Bauweise. Für sein Nutzungskonzept zum „Stadtumbau Ost “im Bundeswettbewerb erhielt er im Jahr 2003 einen ersten Preis.
Saniert und modernisiert (80 Prozent der Platte sind bereits saniert und modernisiert) wird und wurde bei „Stadt und Land“ (ehemals WoGeHe) im Roten Viertel, bei der WVB an der Kastanienallee und bei neu gegründeten Genossenschaften.
Im Rahmen des Stadtumbauprozesses werden insgesamt 2.000 Wohnungen abgerissen bzw. rückgebaut, 22 wegfallende öffentliche Einrichtungen (u.a. Kitas und Schulen) abgerissen, 56 Aufwertungs- und Wohnumweltprojekte realisiert.
Grün- und Freiflächen
Mit seinen 15 Prozent Grün- und Freifläche steht der Bezirk Marzahn-Hellersdorf in Berlin an dritter Stelle nach Treptow-Köpenick und Reinickendorf. Das Wuhletal - einer der größten Grüngürtel Berlins - wird von einem Wanderweg durchquert. Er führt von der Großsiedlung im Norden ins alte Kaulsdorf in die Siedlungsgebiete von Kaulsdorf/Süd und Biesdorf/Süd. Als neue Anziehungspunkte über die Bezirksgrenzen hinaus erweisen sich der neue Weg am "Berliner Balkon" mit seiner künstlerischen Gestaltung und die Biesdorfer Höhe und der Kienberg.
Das Wuhletal und die Hönower Weiherkette sind eiszeitliche Fließrinnen in der Barnimlandschaft. Sie umrahmen die Großsiedlung Hellersdorf und laden zu weitläufigen Spaziergängen ein. Beide soll künftig ein baumgesäumter Weg verbinden. Der erste Bauabschnitt ist fertig gestellt, verschafft Rollstuhlfahrern Zugang zu den Hönower Weihern und eröffnet den Blick heraus aus den Strassen in die offene, weite Landschaft.
Historische Entwicklung
Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn, die fünf Dörfer, haben eine jahrhundertealte Geschichte. Germanische und slawische Stämme siedelten in der Nähe der Wuhle. Die Dörfer entstanden um die Mitte des 13. Jahrhunderts, als deutsche Siedler in der Nähe des Wuhlelaufes die Wälder rodeten und Landwirtschaft betrieben. Erstmals urkundlich erwähnt wurden sie zwischen 1300 und 1375. Hellersdorf wurde 1375 erstmals erwähnt. Das Dorf war kleiner als seine Nachbarn Kaulsdorf und Mahlsdorf und wurde bald eine so genannte Wüstung. 1836 wurde das Vorwerk Hellersdorf ein Rittergut, das 1886 von der Stadt Berlin erworben wurde.
Im Jahre 1920 wurden die bis dahin zum Kreis Niederbarnim gehörenden Dörfer nach Berlin eingemeindet. Mit der Herauslösung der Ortsteile Marzahn, Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf aus dem Bezirk Lichtenberg beschloss die Stadtverordnetenversammlung vor 25 Jahren, am 5.Januar 1979, die Gründung des eigenständigen Stadtbezirkes Marzahn. Die Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf wurden am 1.Juni 1986 zusammengeschlossen.
Bis 1990 wurden im Raum Hellersdorf etwa 40 000 Neubauwohnungen errichtet. Mit seinen Ortsteilen erfasst der Stadtbezirk rund 30 Quadratkilometer. Das Bild des Bezirks wird vorwiegend von Fünf- und Sechsgeschossern bestimmt.
Quelle
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
(Stand: Februar 2005)
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/index.html
