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Arbeitsschwerpunkte 2012 im Quartier: Wo sehen Sie besonderen Handlungsbedarf?

Liebe Bewohner/-innen, wo drückt aus Ihrer Sicht  der Schuh am meisten im Quartier ? In welchen Tätigkeitsfeldern sehen Sie für 2012 besonderen Handlungsbedarf?
(Bitte entscheiden Sie sich für eines der Themenfelder.)

(Wenn Sie Ihre Meinung ausführlicher begründen wollen, schreiben Sie uns doch einen Leserbrief. Ihr QM-Team)

 

Ich finde wichtig ...

gute Nachbarschaft, gemeinsame Erlebnisse
Gestaltung für Brachflächen, Pflege für Grünflächen
gute Kitas und Schulen
aktive Beteiligung der Bewohner
Arbeit, Beschäftigung, Qualifizierung
Kunst und Kultur im Quartier
besseres Image für den Kiez
andere Bereiche
Ich wohne nicht im QM-Gebiet.

Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Soziale Stadt".

Das Quartier:

Brachen & Freiräume im Quartier:

2008: Abriss des VHS-Gebäudes Tangermünder Straße:


Das VHS-Gebäude im März 2008 (Foto: Udo Janke) ...


... und nach dem Leerzug 2006 (Foto: QM/Peter Krautkrämer).

Der Abriss des ehemaligen Volkshochschul-Gebäudes an der Tangermünder Straße soll in der ersten Märzwoche 2008 abgeschlossen sein, teilt das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf mit.

Anschließend wird die Fläche noch eingeebnet und durch Grasaussaat begrünt.

Da verschiedene Nachnutzungskonzepte für das leer stehende Gebäude der Volkshochschule gescheitert waren, hatte das das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf 2007 beschlossen, das Gebäude abzureißen.

Der Quartiersrat Hellersdorfer Promenade betrachtete diese Entscheidung kritisch, da das Gebäude sich zum damaligen Zeitpunkt noch in einem guten Zustand befand. Nach seiner Sitzung Ende März 2007 trafen sich Mitglieder des Gremiums mit Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle, um das Problem anzusprechen.

Aufgrund des nun erfolgten Abrisses ist es erforderlich, gemeinsam Konzepte für die künftige Nutzung der neu entstehenden Brache zu entwickeln.

März 2008

Offener Brief zum Abriss-Beschluss:

von Heinz Kurzidim und Dr. Hermann Wollner
(Mitglied bzw. stellv. Mitglied des Quartiersrates Hellersdorfer Promenade)


Sonntagsreden und Alltagsgeschäft
im Umgang mit dem Gebäude der ehemaligen Volkshochschule Tangermünder Straße 30


Zugegeben, ein Quartiersrat für ein Wohngebiet mit ca. 5.000 Einwohnern besitzt weder legislative noch administrative Vollmachten. Wenn er in das Getriebe der demokratischen Gremien und der beamteten Vollzugsinstitutionen Einblick nehmen oder gar eingreifen will, rätselt er mehr als das er rät. Und wenn er auf des Rätsels Lösung gekommen sein sollte, fragt keiner mehr danach.

So ging es uns beiden niederen und nicht ausreichend lang gedienten Chargen, als wir deutliche Anzeichen bemerkten, dass ein Gebäude, in den 80er Jahren zum Zwecke der Volksbildung errichtet und Ende 2004 „außer Dienst“ gestellt, keinem Nutzen mehr dient und verfällt. In Unkenntnis der Abläufe in den Jahren 2004 – 2006 appellierten wir im März 2007 an das Bezirksamt, ein Gebäude, welches vielleicht nicht mehr als „Volkshochschule“ finanziert werden kann, nicht abzureißen, sondern „etwas Soziales“ daraus zu machen. Da war allerdings der Abrissauftrag schon 'raus. Allerseits Bedauern, aber „die Dinge“ sind nun schon im Laufen ...

Was „lief“ da eigentlich? Das wollten wir nun wissen und auch die übrigen Mitglieder des Quartiersrates (alles Anwohner und „Ehrenamtliche“) forderten uns auf, dies in Erfahrung zu bringen und dem Steuerzahler, der ja irgendwie den Abriß, wie vorher die Betriebskosten und nachher vermutlich mindestens teilweise einen Neubau, zu bezahlen hat, über die Medien zur Kenntnis zu geben. Unsere Recherchen wurden unterstützt von dem langjährigen Betreiber einer größeren Zahl von Wohngebäuden im Norden unseres Kiezes, der HAUSINVEST GbR, dessen Sitz gerade gegenüber dem Grundstück Tangermünder Straße 30 liegt. Wir erfuhren folgendes.

Nachdem der Bezirk Marzahn-Hellersdorf Ende 2004 beschloß, den Volkshochschul-Standort Tanger-münder Straße 30 aufzugeben und das Gebäude für eine irgendwie geartete Nachnutzung ab Sommer 2006 freizugeben, wurden diverse Mitspracheberechtigte, darunter auch die HAUSINVEST GbR, in einer „Steuerrunde“ informiert und gebeten, sinnvolle und finanzierbare Konzepte herbeizuschaffen, auf dass das Gebäude für den Stadtbezirk Nutzen stifte. In der „Steuerrunde“ war nicht die Rede davon, dass Konzepte einzureichen seien, die allein der Stadt Nutzen, dem Investor aber Schaden stiften mögen.

HAUSINVEST bekundete Interesse, sein Wohnangebot im Kiez durch den Ausbau von sozialen, altersgerechten Wohnungen für Empfänger durchschnittlicher Renten zu ergänzen. Diese Idee erscheint auch den Rechercheuren sehr sinnvoll, denn es ist bekannt, dass sich die demographische Struktur unseres „Großsiedlungsbezirks“ in nächster Zukunft stark in Richtung auf die ältere Generation, mit keineswegs üppigen Renten, verändern wird. Entsprechend sah die Kalkulation von HAUSINVEST und sein Angebot an die Bezirksverwaltung aus. Einige beamtete Verwalter des Volksvermögens (als solches bezeichnen wir Rechercheure die Immobilie, die mit volkseigenem Geld in den 80er Jahren errichtet wurde) schienen jedoch von Anfang an die Position zu vertreten: Was schert uns das Wohlergehen der Alten von Hellersdorf und die ganz normale Rentabilität eines Wohnungsbetreibers  -  wir müssen das Landowsky-Loch im Haushaltssäckel stopfen! So operierten die Beamten 2005/2006 gegenüber einem gutwilligen, mittelständischem Wohnungsbetreiber mit einem „Verkehrswert“ des ehemaligen Schulge-bäudes, der einem preußischen Prinzenschlösschen am Wannsee alle Ehre gemacht hätte (nur ein Jahr später wurde den Rechercheuren gegenüber das Gebäude als „völlig marode“ charakterisiert). Diesen (nie belegten) „Verkehrswert“ zur Grundlage des Geschäftes zu nehmen, hätte bedeutet, dass HAUSINVEST nach den notwendigen Umbauten die Wohnungen zu einem vollkommen verkehrs-unüblichen Quadratmeterpreis hätte anbieten müssen. Das Wort „Seniorenresidenz“ würde dann einen Hauch von reality bekommen ...

Die Mitarbeiter der „Gruppe Grund 1“ im Bezirksamt wie auch der Abt. Stadtumbau Ost der LIEGEN-SCHAFTSFONDS BERLIN GmbH & Co. KG gingen dem lokalen Anbieter einer sozialen Umbau-leistung keinen Millimeter entgegen. Ein Mitarbeiter der „Grund 2“ formulierte (nein, das passende Adjektiv verkneifen wir uns) im Oktober 2005: „Wir bitten um Verständnis für diese Zwänge. Ein weiterer Aufschub würde möglicherweise den Abriss mangels nicht mehr verfügbarer Fördermittel verhindern. Daran kann Ihnen als Anlieger nicht gelegen sein.“ Hier kommt die (Bezirks)Katze aus dem (Landes)Sack. Es geht den Bürokraten allein um die Fördermittel für den Abriß. Gesellschaftliche Folgekosten, wie Kosten der Vermarktung einer Betonbrache, Kosten für den (sicher mehrjährigen) Flächenleerstand, Kosten zur Befriedigung eines bestehenden sozialen Bedarfes (altersgerechtes, ggf. „betreutes“ Wohnen) etc. werden nicht bedacht.

Die Geschäftsführung der HAUSINVEST GbR ließ sich zu Recht nicht auf dieses „Angebot“ ein. Der Termin für den Verkauf von Objekt Tangermünder Straße 30 „im Bestand“ verstrich im Juni 2006. Das Land Berlin hat nicht nur einen gebotenen sechsstelligen Betrag nicht eingenommen, es muß nun weitere sechsstellige Beträge aufwenden, um abzureißen und eine Brachfläche bis ultimo zu unterhalten. Und es hat bestimmt keine Aussicht, einen adäquaten Verkehrswert aus dieser Brachfläche zu erlösen. War es das wert? Müssen wir sparen, koste es (die anderen), was es wolle? Oder gibt es Wege, wie diese „Sparkommissare“ von uns Bürgern aus ihrem Zwangsdenken herausgeholt werden können?

 

Berlin, im Mai 2007

 

 

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