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Dieses Projekt wird gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Soziale Stadt".

Mitwirkung der Bewohner/-innen:

Quartiersrat:

3. Quartiersrätekongress am 20.03.2010:

"Wir wollen nicht nur Geldverteiler sein!"


Tagungsort Plenarsaal


Abgeordnetenhaus-Präsident Walter Momper begrüßt die Quartiersräte


Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer


Der Hellersdorfer Quartiersrat


Mahmoud Fayoumi (l.) und Hatem Al-Batta spielen auf Nai und Darbouka


Workshop-Arbeit


Im Dialog


Staatssekretärin Hella Dunger-Löper


Die Teilnehmer aus Hellersdorf

Quartiersräte aus den 34 Berliner Fördergebieten des Bund-Länder- Programms "Soziale Stadt" trafen sich am 20.03.2010 zu ihrem dritten gemeinsamen Kongress im Berliner Abgeordnetenhaus. Sie folgten damit der Einladung von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und künftige Entwicklungen zu diskutieren.

Was sich denn eigentlich verbessert hätte in den Quartiersmanagement- Gebieten, fragt die Senatorin in ihrer Eröffnungsrede im Plenarsaal und stellt fest: "Die Antwort sind Sie. Mit den Quartiersräten, Ihren Erfahrungen und Kenntnissen, ist eine weitere Bewegung in die Kieze gekommen. Und die Verwaltung hat sogar schon gelernt, auf Sie zu hören." Aber es sei auch zu überlegen, so die Senatorin weiter, wie die von den Quartiersräten oft als bürokratisch kritisierten Vorgänge gemeinsam besser organisiert werden können.

Quartiersräte aus Spandau, Kreuzberg und Wedding schildern Erfahrungen aus ihrer Arbeit als ehrenamtliche Kiez-Jurys. Karam Samhat aus dem Quartier Spandauer Neustadt berichtet über ein wichtiges Projekt, für dessen Finanzierung das Bezirksamt das Programm "Soziale Stadt" nutzen wollte. Der Quartiersrat blieb jedoch hartnäckig und erinnerte daran, dass dieses Projekt zu den Pflichtaufgaben der Bezirksverwaltung gehört. „Probleme des Bezirksamtes dürfen nicht so einfach an den Quartiersrat delegiert werden.“, betonte Karam Samhat.

In Kreuzberg haben sich Quartiersräte aus sechs Gebieten in einem Netzwerk zusammengeschlossen und planen gemeinsame Projekte, berichtet Diana Brandenburg aus dem Quartier Wassertorplatz. Sie appellierte an die Landes- und Bezirksverwaltungen, sie bei der Suche nach "Starken Partner" zu unterstützen: "Helft uns dabei, Wohnungsgesellschaften, BVG und andere Partner zur Mithilfe zu gewinnen."

 

Kleine Pflaster für die schlimmsten Wunden

Klaus Wolfermann zog in den 60er Jahren in das heutige Quartier Sparrplatz. Damals sollte das gesamte Viertel abgerissen werden. Die Verwaltung hätte den Anwohnern "wie eine Mauer" gegenübergestanden, berichtet er. Eine Kahlschlag-Sanierung konnte seinerzeit verhindert werden. Wolfermann ist überzeugt: "Abriss würde zwar die Problemgebiete beseitigen, aber nicht die Probleme der Menschen." Die Quartiersarbeit sei nun aber keineswegs leichter:  "Heute versorgen wir die schlimmsten Wunden mit kleinen Pflastern." schätzt er ein und erntet dafür viel Beifall.

In fünf Workshops diskutieren die Teilnehmer des Kongresses anschließend darüber, wie Ideen und Projekte für die Quartiere entstehen, wie Verwaltungsvorschriften die Quartiersarbeit beeinflussen, wie durch Öffentlichkeitsarbeit mehr Beteiligung zu erreichen ist und auf welchen Wegen Quartiersräte, Politik und Verwaltung zu gemeinsamen und nachhaltigen Strategien für die Gebiete gelangen. Die Themenschwerpunkte der Workshops waren im Vorfeld der Konferenz seit Oktober 2009 gemeinsam erarbeitet worden.

 

Vereinfachen für mehr Wirkung

So verständigten sich die Quartiersräte darauf, nicht nur "Geldverteiler" sein zu wollen, sondern von Politik und Verwaltung auch als Partner bei strategischen Fragen akzeptiert zu werden. Das komplizierte Antrags- und Abrechnungsverfahren der "Soziale Stadt"-Mittel müsse - vor allem bei kleinen Summen - einfacher werden. Um ehrenamtliches Engagement in den Quartieren zu stärken, seien Räume und personelle Ressourcen zu sichern.

Quartiersprojekte müssten regelmäßig auf ihren Erfolg hin geprüft, nachhaltig wirksame Projekte in eine Regelfinanzierung übertragen werden. Klare Botschaften, gezielte Maßnahmen und verbindliche Arbeitsteilung seien entscheidend bei der Kommunikation der Quartiere. Mittel für Öffentlichkeitsarbeit müssten ausreichend und verlässlich zur Verfügung stehen. Statt aufwendiger und daher seltener Hochglanz-Werbung solle stärker auf Mund-zu-Mund-Propaganda und kleine, aber feine Aktionen im Kiez gesetzt werden.  

Ein Schritt in Richtung "Soziale Stadt" 

Die Berliner Quartiersräte, so der Tenor der Quartiersrätekonferenz 2010, wollen als qualifizierte Schnittstelle zwischen Bewohnern und Verwaltung tätig sein. Staatssekretärin Hella Dunger-Löper versprach in ihrem Schlusswort: "Wir werden die heutigen Forderungen der Quartiersräte nicht nur dokumentieren, sondern auch in unsere Arbeit einfließen lassen." Erste Ergebnisse sollen spätestens in einem Jahr vorgelegt werden.



Text & Fotos: P. Strachovsky (KM)

 

Mehr zum Kongress: www.quartiersmanagement-berlin.de

 

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Die Berliner Gebiete der "Sozialen Stadt":


Hier finden Sie ausführliche Informationen über die Quartiersverfahren in mehr als 30 Berliner Kiezen:

www.quartiersmanagement-berlin.de

 

 

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