Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Bauvorhaben im Quartier:

Das private Investorenprojekt "Europaviertel":

Bis 2008 sollten sich die sechs an die Fußgängerzone Hellersdorfer Promenade angrenzenden Wohnblocks zum „Europaviertel Berlin“ wandeln. Die französische Künstlergruppe „Cité de la Création“ wollte dazu in ihrem bislang größten Projekt auf rund 64.000 m² Betonwänden zwischen Stendaler und Tangermünder Straße die Illusion europäischer Altstadtfassaden entstehen lassen.

Zwischenzeitlich geriet jedoch der Investor, die Immobilienholding Level One in Finanzierungsschwierigkeiten, so dass die lediglich eine Referenzfassade an der Stendaler Straße fertiggestellt wurde.

Nach dem Kauf des Gebäudestands mit 1.130 Wohnungen und mehr als 70 Geschäftsräumen lud die neue Eigentümergemeinschaft Level One Holding am 26. September 2006 Presse, Funk und Fernsehen zum symbolischen „ersten Pinselstrich“ ein. Marion Pillard von der „Cité de la Création“, Level-One-Geschäftsführer Peter Brockhaus, Architekt und Ideengeber Andreas Wunderlich als Geschäftsführer der Europaviertel Berlin Management GmbH und Marzahn-Hellersdorfs damaliger Bezirksbürgermeister Dr. Uwe Klett informierten damals  über das an Superlativen reiche Projekt:

Insgesamt rund 15 Millionen Euro wollte die Level One für die Entstehung des „Europaviertels“ einsetzen. Zwei Drittel davon für Sanierungsarbeiten (Wärmedämmung, Bäder, Eingangsbereiche) in den sechs Wohnblöcken, ein Drittel für die künstlerische Gestaltung der Fassaden. Man hoffte auf bis zu 20.000 Besucher pro Tag, die sich einen Blick auf das „größte Wandgemälde der Welt“ und einen Besuch auf der europäischen Gastro- und Shopping-Meile nicht entgehen lassen.

Neben dem künstlerischen Aspekt wollten sowohl die Immobilieninvestoren wie auch die französischen Künstler besonderen Wert auf die soziale Komponente ihres Vorhabens legen . Rund 300 Arbeitsplätzen für Erwerbslose und Ausbildungssuchende sollten entstehen, hieß es. Eine Ausbildungswerkstatt als Modellprojekt des Bildungsmarkt Unternehmensverbundes e.V. war geplant. Rund 20 Berliner Kunstmaler unter der Leitung von Hartmut Lindemann, allesamt ausgebildet an der Kunsthochschule Weißensee, waren ebenfalls beteiligt. Sie sollten von den französischen Kollegen in die Geheimnisse der Maltechnik „Trompe l’œil“ (Augentäuschung) eingeweiht werden.

Für die Fußgängerzone selbst gab es die Idee eines „Boulevards der Nationen“, auf dem nicht nur die gemalte Architektur, sondern auch Restaurants und Läden in den Erdgeschossen und sogar die Grünanlagen einen Bezug zu den europäischen Nachbarn herstellen.

Am Eckgebäude Stendaler/Quedlinburger Straße nahm die "Grande Illusion" zuerst Gestalt an. Fertiggestellt wurde entlang der Hauptverkehrsader Stendaler Straße auch die lang gestreckte „Deutsche Fassade“ als Blickfang.

Danach wurden die Arbeiten zur Fassadengestaltung eingestellt.

Text: KM, Oktober 2008
Entwürfe: Cité de la Création
Fotos: P. Strachovsky, Cité de la Création


Gestaltungsentwurf für die Fußgängerzone "Boulevard der Nationen"

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