Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Hellersdorfer Kulturexpedition #2: „Auf dem Weg ins Grüne“

Der „Weg ins Grüne“ führte bei der zweiten Hellersdorfer Kulturexpedition über eine große Baustelle: In der Tangermünder Straße baut GESOBAU über 400 neue Wohnungen – als ein Teil des umfangreichen Wohnungsneubaus im Quartier und in Berlin. Seniorenwohnen und Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen wird besonders Rechnung getragen.


Text / Bilder: Kiezredakteur

Am Ausgang des U-Bahnhofs Hellersdorf hatten sich zum Start der zweiten Hellersdorfer Kulturexpedition am Donnerstag, dem 22. August, mehrere Teilnehmer*innen versammelt. Weitere stießen spontan dazu, als Anja Lotta zu französischen Chansons und rumänischen Klängen auf dem Akkordeon ansetzte. Bereits vertraut sind der Musikerin derartige Darbietung „open Air“: „Die französischen Chansons haben es mir seit meiner Jugend angetan. Damals tourte ich  zwei, drei Jahre lang als Straßenmusikerin durch Europa“, berichtete Anja Lotta. Ein Auftritt in Hellersdorf war für sie an diesem Abend aber auch ganz neu. Wie beim letzten Mal standen anschließend bei dieser Kulturexpedition drei Zwischenstopps auf dem Weg zur Endstation auf dem Programm.

Viele Informationen gab es auf der Baustelle an der Tangermünder Straße, die aktuell zu denen mit dem schnellsten Bautempo in Berlin gehört: Erst im Februar 2018 hatten die vorbereitenden Arbeiten begonnen – und schon im Februar 2020 sollen die neun Gebäude mit 423 neuen Wohnungen bezugsfertig sein. Bis zu 195 Bau- und Handwerksbeschäftigte aus verschiedenen Gewerken arbeiten an manchen Tagen zeitgleich auf der Baustelle.

Ausgestattet mit Schuhüberziehern erreichten die Teilnehmer*innen der Kulturexpedition im Rohbau eine bereits fertiggestellte Musterwohnung. Hier konnten sie den beiden Mitarbeitern von GESOBAU ihre Fragen stellen, die sie zum Bauprojekt hatten: Erfahren konnten sie unter anderem, dass es sich beim Neubau in der Tangermünder Straße vorwiegend um Ein- und Zweizimmerwohnungen handelt  und dass alle Wohnungen über einen Balkon bzw. Terrasse verfügen. 150 der 423 Wohnungen sind speziell für Senior*innen geplant – diese sind barrierefrei erreichbar und verfügen über ebenerdig zugängliche Duschen in den Badezimmern. In diesem Bereich der Neubauanlage wird GESOBAU Räume für einen gemeinschaftlichen Treffpunkt zur Verfügung stellen. Neben einem täglichen Mittagstisch und Aufenthaltsort sollen – unter Unterstützung durch einen externen Träger – unter anderem Ausflüge organisiert und Hilfe bei Alltagsangelegenheiten (z.B. Korrespondenzen mit Behörden) geboten werden.

Dieser Wohnungsneubau des landeseigenen Wohnungsunternehmens geht auf die Koalitionsvereinbarung im Berliner Abgeordnetenhaus zurück, nach der während der 18. Wahlperiode (2016-2021) der Bestand an landeseigenen Wohnungen um 55.000 Wohnungen ansteigen soll –  mehr als die Hälfte davon sind als Neubauten vorgesehen. Verwundern kann es daher nicht, dass GESOBAU auch an anderen Stellen im Bezirk mit umfangreichen Neubauvorhaben aufmerksam macht. Auch im Quartier Hellersdorfer Promenade sind weiterhin ca. 1.300 bis 1.400 neue Wohnungen – im westlichen Bereich auf der Fläche des Stadtguts Hellersdorf – geplant.

Für die neu gebauten Wohnungen an der Tangermünder Straße läuft momentan die Vermietung – über eine Interessenbekundung via Online-Formular. Ein Teil dieser Wohnungen ist Bewohner*innen mit geringem Einkommen – das heißt unter Vorlage eines Wohnberechtigungsscheines – vorbehalten.

Sehr amüsant und unterhaltsam wurde es auf der dritten Station mit der Geschichtenerzählerin Margrid Wünsch / Agathe Leselust. Thematisch passend am Ort von Orlowski Blumen und Exoten – eine Gärtnerei mit ehemaliger Papageienzucht in der Peter-Weiss-Gasse 6 – las die Literatin aus dem Bezirk aus einem ihrer Märchen, das ein Blumengeschenk und eine Beziehung zwischen zwei Personen in den Mittelpunkt stellt.

„100 Jahre Wissen teilen“ lautet im Jubiläumsjahr das Motto des Deutschen Volkshochschul-Verbandes – so auch der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf. Auf dem Dach der Einrichtung, die sich seit dem Jahr 2008 in der Mark-Twain-Straße 27 in den Räumen einer ehemaligen Grundschule befindet, konnten die Teilnehmer*innen Posaunen- und Trompetenklänge mit den „zwei Ausrufezeichen“ („!!“) bzw. „Robin & Robin“ erleben. In angenehmer Stimmung bei allmählichem Sonnenuntergang wurde ihnen zugleich ein schöner und weiter Blick über Hellersdorf eröffnet.
Vertreter*innen der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf berichteten über ihre Bildungseinrichtung, an der jährlich bis zu 50.000 Unterrichtseinheiten abgehalten werden. Neben Deutschunterricht für Geflüchtete wird es besonders kreativ im hauseigenen Tonstudio und mit dem hauseigenen Brennofen – vor allem bei Töpferkursen.
Im Rahmen der bundesweiten ersten „Langen Nacht der Volkshochschulen“ anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Volkshochschulen in Deutschland wird am Freitag, dem 20. September, auch die VHS Marzahn-Hellersdorf von 16 bis 22 Uhr ihre Türen öffnen und über ihre Angebote informieren.

Den Abschluss dieser zweiten Hellersdorfer Kulturexpedition bildete eine „Kassettendisco“ bzw. ein abschließendes gemeinsames Grillen im Bürgergarten Helle Oase. Im Tausch gegen eine Kassette – dem beliebten Tonträger aus vergangenen Zeiten – gab es Limonade und Bratwürste, die am Grill zubereitet wurden. Bei dieser Gelegenheit informierten die Mitarbeiter*innen des Trägers KIDS & CO über den Konzeptansatz „Urban Gardening“ und über die verschiedenen Angebote im Bürgergarten Helle Oase. Ein anstehender Höhepunkt wird unter anderem das Herbstfest am Samstag, dem 12. Oktober, sein.

Die Hellersdorfer Kulturexpeditionen sind Teil des Projektes „Mehr Kultur für das Quartier – HellD“, das vom Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade initiiert wurde und durch Kollegen 2,3 Bureau für Kulturangelegenheiten umgesetzt wird. Drei weitere Termine bis Ende des Jahres 2020 sind in Planung.