Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Am 14.09. und 15.09. fand die diesjährige Projektbörse im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade statt

Im Rahmen einer zweitägigen Projektbörse warfen Akteure und Bewohner*innen auch dieses Jahr einen Blick auf die Projekte, die aktuell im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade stattfinden. Deutlich wurde, dass vieles sinnvoll umgesetzt wird und es interessante Ideen für zukünftige Projekte gibt.


Text / Bilder: Kiezredakter

An den beiden Tagen der Projektbörse stellten sich die verschiedenen Projekte vor, die aktuell in den Handlungsfeldern Nachbarschaft, öffentlicher Raum, Arbeit und Wirtschaft und Bildung, Ausbildung, Jugend im Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade gefördert werden.

 

Großen Zuspruch erhielt unter anderem Guillaume Bazan vom Mehrgenerationenhaus Buntes Haus (Träger: Roter Baum Berlin) für die Präsentation des Projekts „Lebendige Nachbarschaft“ im Quartier. Das Projekt wurde im Jahr 2017 gestartet, bis Ende dieses Jahres befindet es sich in der zweijährigen Verlängerung. Viel wurde erreicht: Während der Projektlaufzeit haben sich Bewohner*innen teilweise in Gruppenstrukturen zusammengefunden, die beste Voraussetzungen haben, nach Ende der Projektlaufzeit erfolgreich weitergeführt zu werden. Zur Tradition sind inzwischen das jährliche Promenadenbuffet und das HellD-Festival geworden, das zu einem positiven Presseecho weit über die Bezirksgrenzen geführt hat. Hellersdorf ist ein aktiver, bunter und vielfältiger Ort – dieses und die anderen Projekte des Quartiersmanagements mit ihren unterschiedlichen Ansätzen unterstreichen das.

 

Gleichzeitig muss nicht nur beim Projekt „Lebendige Nachbarschaft“, sondern auch bei weiteren Projekten kritisch betrachtet werden, welche Zielgruppen jeweils erreicht werden – und mit welchen Ergänzungen bzw. Modifikationen sich der Kreis der erreichten Personen erweitern lässt. Nachholbedarf zeigt sich anderem bei der Teilnahme von Männern an Projekten, die Gemeinschaft und Begegnung fördern. Bislang engagieren sich Männer eher in der technisch-organisatorischen Begleitung von Veranstaltungen, so zum Beispiel beim Grillen oder beim Auf- und Abbau.

 

In der Diskussion von Projektideen betonten die anwesenden Bewohner*innen und Projektpartner die Wichtigkeit, bei Projekten den Bedürfnissen und Förderbedarfen von Kindern und Jugendlichen in besonderer Weise Rechnung zu tragen. Erreichen lässt sich das oft mit kürzeren, dafür aber öfter stattfindenden Veranstaltungsformaten. Die Bevölkerung im QM-Gebiet ist generell sehr jung strukturiert.

 

Aufgrund der ökonomischen Lage vieler Kinder und Jugendlichen muss darauf geachtet werden, dass gut gemeinte Projektmaßnahmen nicht ungewollte Ausschlussmechanismen erzeugen. Zu berücksichtigen ist dies beispielsweise bei geplanten Wintersportplätzen des Bewegungsprojekts „Mit Schwung - aktiv und gesund“ des Trägers bwgt e.V. Wenn Coronatests verpflichtend sind, kann das für Kinder ab 6 Jahren durch deren Kostenpflichtigkeit und die Verfügbarkeit von Teststationen am Wochenende den Zugang zum Angebot erschweren.

 

Bewährt hat sich außerdem die Vorgehensweise, die Stärkung von Familien in den Blick zu nehmen und Eltern über Kinder zu erreichen. Sehr erfolgreich agiert hier das Projekt „Bildungscampus Kastanie“, das federführend von Victoria Schwenzer von der Camino gGmbH umgesetzt wird. Angesichts dessen, dass sich die Langzeitfolgen von Corona für Kinder und Jugendliche momentan erst erahnen lassen, gibt es für solche Projekte schon jetzt langfristig absehbaren Bedarf.

 

Gleichzeitig ist es wichtig, die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit entsprechend der Förderbedingungen des Programms Sozialer Zusammenhalt zu berücksichtigen. Dies kann auch im Rahmen von Projekten geschehen, die ihren Hauptfokus nicht speziell auf diese Themen gerichtet haben. Ein Beitrag kann zum Beispiel auch geleistet werden, wenn bereits verwendete Plakate auf der Rückseite bedruckt werden oder wenn ein Kunstprojekt mit Bewohner*innen die Müllproblematik „auf die Schippe“ nimmt.

 

Alles im allem kamen so wieder viele Ideen und Impulse für die Weiterführung aktueller und für neue Projekte zusammen. An Flipcharts wurden sie angepinnt und die Projektideen von allen Anwesenden mit Klebepunkten gewichtet. Das Projektleben im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade bleibt damit auch in Zukunft spannend und einfallsreich.