Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

„Auf dem Weg ins benachbarte Quartier“

Um Neues zu erleben, muss man nicht in weite Ferne aufbrechen: Aufgrund der aktuellen Situation entschloss man sich im Quartier Hellersdorfer Promenade, den diesjährigen Bewohner*innenausflug ins nahe gelegene, benachbarte QM-Gebiet Boulevard Kastanienallee stattfinden zu lassen.


Text / Bilder: Kiezredakteur

Ein jährlicher Bewohner*innenausflug ist im Quartier Hellersdorfer Promenade zur Tradition geworden. So trafen sich am Dienstag, den 14. Juli auch dieses Jahr interessierte Bewohner*innen auf dem Alice-Salomon-Platz, um gemeinsam einen schönen Nachmittag mit neuen Eindrücken zu verbringen.

 

Aufgrund der besonderen Umstände wurde dieses Jahr die Größe der Gruppe kleiner gehalten, hielt man Abstand zueinander und hatte man sich als Ziel das angrenzende Quartier Boulevard Kastanienallee ausgesucht. Auf ein Neues wurde ein Bewohner*innenausflug so besonders lehrreich.

 

„Ein Quartier will leben“ lauteten die Worte zur Begrüßung von Heinz Kurzidim, Sprecher des Quartiersrats im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade. Viele verschiedene Epochen in der Geschichte Hellersdorfs hat Heinz Kurzidim selbst miterlebt – begonnen damit, als die Fläche der heutigen Großwohnsiedlung, abgesehen vom ehemaligen Gut Hellersdorf, weite Flur war. „Hellersdorf ist entwicklungsfähig“, bilanzierte Heinz Kurzidim weiterhin als kurzes Vorwort zum Ausflug.

 

Unter diesem Motto stand auch die erste Station dieses nachmittäglichen Rundgangs in die nähere Umgebung: Der Fritz-Lang-Platz ist zentraler Platz für das Quartier Hellersdorfer Promenade – und befindet sich auf dem Weg vom U-Bahnhof Hellersdorf zur Kastanienallee. Als Straßenland ausgewiesen, hat es sich eine Studierendengruppe unter der Leitung von Prof. Inés Maria Rohlfing von der Beuth Hochschule zur Aufgabe gemacht, die Aufenthaltsqualität dieses Platzes zu erhöhen. Nach der vorliegenden Planung werden auf diesem Platz mit Bänken neue Sitzgelegenheiten geschaffen, dabei soll kein Baum zu Fall kommen. Wie schon die Planungsphase werden die Student*innen auch die Umbauarbeiten in den kommenden Wochen eigenständig und ehrenamtlich durchführen. „Wir werden morgens gegen 7 Uhr mit den Bauarbeiten beginnen. Mir ist wichtig, dass die Studierenden praktisch die Perspektive der Bürger*innen und die der in der Bauausführung Tätigen kennen lernen. Mitunter werden die Studierenden später als Landschaftsarchitekt*innen tätig sein. Mit den Erfahrungen, die sie hier machen, können sie später verantwortungsbewusster planen und Fehler vermeiden.“, so Prof. Inés Maria Rohlfing, die sich dem Ausflug angeschlossen hatte. Anregungen der Bewohner*innen zur Verbesserung der Barrierefreiheit und zu Abfalleimern auf dem neu zu gestaltenden Platz nahm die Hochschullehrerin gerne auf.

 

Mit einem Thema der Stadtplanung ging es anschließend weiter, als sich die Gruppe nach Überqueren der Brücke über die Gleise der U-Bahn im benachbarten Quartier Boulevard Kastanienallee befand. Einst hieß hier ein Springbrunnen die Besucher*innen auf dem südlichen Teil der Kastanienallee willkommen. Als „Plansche“ sorgte diese Anlage in den 90er Jahren bei vielen Kindern für Umtrieb. Später kam es hier zu Buschwuchs und Verwilderung – auch bei dem als Kunstdenkmal gestalteten Grundstein des Brunnens, der beide Teile Hellersdorfs wiederspiegelt. In Koordination durch das Quartiersmanagement Boulevard Kastanienallee wurde die bewachsene Fläche zuletzt durch das zuständige Wohnungsunternehmen gerodet. Auf dieser wichtigen Wegachse vom und zum Quartier bestehen so wieder lichte Verhältnisse. Für die nahe Zukunft ist für die ehemalige Wasserfläche des Springbrunnens ein ökologisch nachhaltiges „Fledermausbeet“ geplant, das als Heimstätte für Insekten dem Naturkreislauf besonders gerecht wird. „Wir werden die Bewohner*innen einladen, sich an einer Blumenzwiebelaktion zur Bepflanzung zu beteiligen“, berichtete Raik Berger, Mitarbeiter des Quartiersmanagements Boulevard Kastanienallee.

 

Zusammen mit André Wien, Sprecher des Quartiersrats im Quartier Boulevard Kastanienallee, wurden anschließend weitere wichtige Projekte und Vorhaben im benachbarten QM-Gebiet in Augenschein genommen. So erfuhren die Ausflugslustigen, dass das Quartiersmanagement Boulevard Kastanienallee einen der bestehenden Holzpavillons in der südlichen Kastanienallee als Ankerpunkt für Kultur und Musik etablieren will. Ein neuer Treffpunkt im Stadtteil wird dort entstehen, wo momentan kräftig gebaut wird: An der Stollberger Straße – an der Stelle einer ehemalige Kaufhalle – errichtet die GESOBAU AG momentan knapp 150 neue Wohnungen, ein Teil davon in einem Hochhaus. Im Erdgeschoss eines der neuen Gebäude wird die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft außerdem zwei Wohnungen zur Verfügung stellen, um mit Personal einen kleinen Stadtteiltreff auf die Beine zu stellen.

 

Ausreichend Gelegenheit für Austausch und Gespräche untereinander bestand bei den letzten Stationen des Rundgangs, als die Füße etwas zur Ruhe kommen durften. Beim Besuch vom Eltern-Kind-Café „Kastaniennest“ von KIDS & CO erfuhren die Teilnehmer*innen viel Wissenswertes und bei der Evangelischen Kirchengemeinde konnten sie sich bei Kaffee und Kuchen über das Projekt „Café auf Rädern“ informieren. Es war ein Bewohner*innenausflug, der – trotz eines Ziels in der nahen Umgebung – so viel Neues bot.