Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Bewohner*innenausflug ins Quartier Marzahn NordWest

Interessante Orte besuchen, sich austauschen und Anregungen für die eigene Arbeit bekommen: Der diesjährige Bewohner*innenausflug vom Quartier Hellersdorfer Promenade führte in das ehemalige Quartiersmanagementgebiet Marzahn NordWest. Hier erfuhren die Teilnehmer*innen viel Wissenswertes über das Wirken und die Ergebnisse des dortigen Quartiersmanagements, das mehr als 20 Jahre bestand.


Text / Bilder: Kiezredakteur

In Marzahn NordWest hat sich in einer Zeit von mehr als 20 Jahren Quartiersmanagement viel getan – Grund genug, um die Errungenschaften und Ergebnisse im Rahmen des diesjährigen Bewohner*innenausflugs vom Quartier Hellersdorfer Promenade zu erkunden. Freundlich begrüßte Oleksandra Bienert die Teilnehmer*innen zu einem kleinen Rundgang. Oleksandra Bienert war bis zum Abschluss des Quartiersmanagements Ende Dezember 2020 ein Teil des QM-Teams. Für die Zeit danach übernimmt sie jetzt für einen geplanten Zeitraum von vier Jahren die Stelle der Stadtteilkoordination.

 

Eines der wichtigsten baulichen Projekte des Quartiersmanagements war in den Jahren vor der Verstetigung die Umgestaltung des Barnimplatzes – die erste Station auf dem Rundgang. Unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen hat ein Planungsbüro einen architektonischen Umgestaltungsentwurf für den Platz entwickelt. Von der im Ergebnis gesteigerten Aufenthaltsqualität des Platzes konnten sich die Teilnehmer*innen vor Ort überzeugen.

 

Vor dem Kulturhochhaus Marzahn in der Wittenberger Straße 85 wartete anschließend schon Marina Bikádi. In diesem besonderen Wohnhochhaus gibt es auf mehreren Etagen nicht ganz Alltägliches zu erleben: Der Kinderkeller ist ein Treffpunkt und Lernort für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 16 Jahren. Im obersten Geschoss befindet sich die Pension 11. Himmel, die Gäste aus nah und fern zu Übernachtungen im englischen Landhausstil willkommen heißt. Jugendliche und junge Erwachsene – mittlerweile auch Frauen aus einer Geflüchtetenunterkunft – lernen hier und im Hochhauscafé die Grundlagen des Hotel- und Gastgewerbes kennen. Auf diese Weise können sie erste Berufserfahrungen sammeln und sich beruflich orientieren. Außerdem gibt es mit „himmelhoch C.ehn“ eine weitere Gästeunterkunft. Für Übernachtungsgäste bleibt nach ihrem Aufenthalt oft die Erfahrung, dass das Bild der Großwohnsiedlung Marzahn-Hellersdorf – in den Medien manchmal einseitig auf triste Plattenbauten reduziert – sehr viele Farbnuancen beinhaltet.

 

Als weitere Stationen des Rundgangs standen die Räume des Vision e.V. auf dem Programm. Vision e.V. ist ein Verein, der im Jahr 2000 gegründet wurde und sich für die gesellschaftliche Integration von Spätaussiedler*innen einsetzt. Etwa jede*r achte Bewohner*in im Quartier Marzahn NordWest gehört zu dieser Bevölkerungsgruppe. Während der Laufzeit des Quartiersmanagements wurde hier viel bewegt – anfangs gemeinsam mit Ball e.V. als weiterem Partner. Wichtige Projekte waren unter anderem das Kiez-Team Marzahn Nord-West, die regelmäßigen Quartiers-Verschönerungsaktionen „Subotniki“ und die Internetzeitung „nachbarn-online.net“. Heute wie gestern ist Vision e.V. ein wichtiger Ort für kulturellen Austausch, Information und Beratung – vor allem für Spätaussiedler*innen.

 

„Wenn wir etwas für die Kinder erreichen wollen, müssen wir die Familien mitnehmen“

 

Nicht wenig ins Staunen kamen die Teilnehmer*innen des Bewohner*innenausflugs in den neu gestalteten Erdgeschossräumen der beiden Kitas „Rabennest“ und „Jahresuhr“ im Haus Farbklecks. Das neue Raumkonzept wurde im Jahr 2020 fertiggestellt und schafft mit Veranstaltungs- und Medienraum einen Familienbildungsort. Als Leiterin für diesen offenen Elterntreff ist Christiana Sydow beim Träger Jugendwerk Aufbau Ost (JAO) angestellt, unterstützt wird sie von Tina Hrabowski, Fachkraft im Bundesprogramm Sprachcafé. Die kontinuierliche Vernetzung ins Quartier begleiten außerdem die Stadtteilmütter, die im benachbarten Haus Windspiel untergebracht sind.

 

Sich frühzeitig kümmern und Verantwortung übernehmen

 

Vom kleinen Rundgang ins Büro der Stadtteilkoordination zurückgekehrt, wurden kleine Snacks in Lunchpaketen serviert und gab es ausreichend Möglichkeit zum Austausch untereinander. Susanne Gontard und Olaf Ackermann von der Bürgerinitiative „Wir im Kiez Marzahn NordWest“ sind berichteten davon, wie sie als Bewohner*innen die eigene Verantwortungsübernahme aus dem Prozess der Verstetigung des Quartiersmanagements heraus organisiert haben. Vor allem gelte es, sich frühzeitig mit der abzusehenden Versteigung auseinander zu setzen und sich nicht zu scheuen, Fragen zu stellen. Die aus Bewohner*innen gebildete Initiative „Wir im Kiez Marzahn NordWest“ will sich zeitnah eine kleine feste Anlaufstelle einrichten und macht sich weiter für ein jährliches Budget von 5.000 Euro für kleine Aktionen im Quartier stark. Trotz mancher Zusagen und positiver Signale hat das bisher noch nicht geklappt. 

 

Mit diesem Austausch ging der diesjährige Bewohner*innenausflug vom Quartier Hellersdorfer Promenade zu Ende. Die ein oder anderen Impulse und Eindrücke werden die zukünftige Arbeit des Quartiersrats und des Quartiersmanagements sicher bereichern.