Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Projektbörse im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade

An zwei Tagen fand am 13. und 14. September eine Projektbörse im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade statt. Bewohner*innen und Interessierte lauschten gespannt den Berichten von Quartiersmanagement und Trägern zum aktuellen Stand der geförderten Projekte. Wie immer hatte der gemeinsame Austausch einen wichtigen Stellenwert; mit den Trägern der Projekte wurde diskutiert und neue Ansätze für geförderte Projekte aus der Taufe gehoben.


Text / Bilder: Kiezredakteur

Im Quartiersmanagementgebiet Hellersdorfer Promenade werden über das Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt Projekte in mehreren Handlungsfeldern umgesetzt. Einen Überblick über Projekte, die aktuell gefördert werden, bot dieses Jahr wieder eine Projektbörse, die am 13. und 14. September stattfand – dieses Mal im großen Saal der Jugendfreizeiteinrichtung Eastend. Über den aktuellen Stand der Projekte, bisherige Erfolge und geplante Maßnahmen berichteten die Verantwortlichen aus den Projekten.

 

Ein zentrales Projekt im Handlungsfeld Bildung ist das Projekt Bildungscampus Kastanie 2, das Victoria Schwenzer vom Projektträger Camino gGmbH präsentierte. Mittlerweile ist mit dem Ansatz des Bildungscampus ein funktionierendes Netzwerk und eine gute Vernetzung der Bildungseinrichtungen und -orte rund um die Kastanienallee entstanden. Kinder und Jugendliche werden durch diesen Zusammenschluss bestmöglich gefördert und unterstützt. Wieder ein großer Erfolg war Ende Juli die Forscher*innenwoche, die dieses Jahr zum vierten Mal während der Sommerferien stattfand – erneut unter pädagogischer Leitung des Kinderforscher*innenzentrums HELLEUM und dieses Mal mit dem wichtigen Leitthema „Nachhaltige Energien“. Auch Austausch und Weiterbildung von Fachkräften aus den Einrichtungen sind ein wichtiger Bestandteil in der Projektarbeit. Unter anderem werden themenbezogene Fachtage und Fortbildungen veranstaltet. Zudem wurden Eltern befragt, um herauszufinden, wie mit weiteren neuen Angeboten auf bei ihnen und ihren Kindern deutlich werdende Bedarfe reagiert werden sollte.

 

Für Familien da sein und diese so gut wie möglich unterstützen, ist auch Anliegen des Projekts Familienritter, das vor Kurzem im Quartier gestartet ist. Gertrud Lepique berichtete, wie sie und ihre Teamkolleg*innen vom Projektträger Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Berlin, versuchen, mit einem mobilen Angebot – dem Teddymobil – Eltern und Kinder zu erreichen. Zunächst stehen sie damit an festen Tagen vor allem an der Ecke zwischen der Jugendfreizeiteinrichtung Senfte 10 und dem Liberty Park. Sie vermitteln Unterstützung und zeigen Wege bei Problemen auf, die sich bei den Gesprächen zeigen. Geplant sind in Zukunft auch eigene, unter anderem medienpädagogische Angebote im Rahmen des Projekts.

 

Fit für die Zukunft – Berufsorientierung im Quartier lautet das Projekt, bei dem Jugendlichen geholfen wird, sich beruflich zu orientieren. Unter schwierigen Umständen wie Schulabstinenz und Problemen zu Hause ist das nicht immer ganz einfach. Trotz zusätzlicher Herausforderungen wie der Coronapandemie ging das Projektteam der Studio2B GmbH zuletzt mehrere Wege, um Kontakt zu Jugendlichen herzustellen und ihnen bei ihrem Übergang in Ausbildung und Beruf helfen zu können. Die Bandbreite reichte von Thementagen zu Beruf und Ausbildung in Jugendfreizeiteinrichtungen bis hin zu kurzweiligen Kiezrallyes. Außerdem kamen Virtual-Reality-Brillen zum Einsatz. Diese machen Ausbildungsberufe und den beruflichen Alltag in Ausbildungsbetrieben besonders realitätsgetreu erlebbar. Mit einem Handlungsleitfaden für pädagogische Fachkräfte werden die Erfahrungen und strategischen Ansätze des Projekts nach dem Ende der Projektförderung weiterhin in die Arbeit der Einrichtungen einfließen.

 

Die Projektlaufzeit überdauernde Ergebnisse und Strukturen zu schaffen ist auch für andere Projekte wichtig. Im Projekt Sicher, sauber, hell – Stammtisch Grün wird nun, zum Ende der Projektlaufzeit, ein Mitwirkungsheftchen veröffentlicht. Diese Handreichung informiert Bewohner*innen, an wen sie sich bei Problemen im öffentlichen Raum wenden können und wie am besten vorzugehen ist. Aus dem Projekt Mitgemacht! Teilhabe an Demokratie werden am Ende zwei Filme hervorgegangen sein, die auch nach Ende der Projektlaufzeit auf Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten für Bewohner*innen in ihrem Umfeld aufmerksam machen.

 

„Die werden alle sehr traurig sein, wenn ich sagen muss, dass es nicht weitergeht“, äußerte eine Bewohnerin, die auch Mitglied im Quartiersrat ist. Das regelmäßige Yoga-Angebot vom Projekt Mit Schwung – aktiv und gesund! Bewegungsförderung im öffentlichen Raum in den Räumen der AWO im Haus Kastanie ist ihr und anderen mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Auch weitere Bewegungsangebote, die im Rahmen des Projekts eingerichtet wurden, haben sich bei unterschiedlichen Zielgruppen an den jeweiligen Einrichtungen und Orten mittlerweile fest etabliert – vom Senior*innensport über Yoga bis hin zu Selbstverteidigungskursen für Jugendliche im Eastend und dem Spielmobil und mobilen Winterspielplätzen für Kinder. Wiebke Sieber vom QM-Team freute sich zu berichten, dass dieses Projekt nun zumindest über den Winter bis Ende März 2023 verlängert werden kann. Bewegung ist wichtig und die Bedarfe dafür sind größer denn je. Gleichzeitig müssen solche Angebote im Quartier der Sozialstruktur wegen kostenlos bzw. eine Teilnahme für wenig Geld möglich sein. Ein Wegfall der Förderung über das Programm Sozialer Zusammenhalt würde zweifelsfrei das Aus für einige dieser Angebote bedeuten.

 

QM-Förderung weiterhin zentral

 

Bei der anschließenden Diskussion waren sich alle einig, dass eine Fortsetzung der Förderung über das Programm Sozialer Zusammenhalt im QM-Gebiet Hellersdorfer Promenade aktuell und längerfristig wichtig ist. Mittlerweile gestaltet sich die soziale Situation mit ihren Handlungserfordernissen zwar anders als beim Verfahrensbeginn im Jahr 2005, doch gibt es neue und veränderte Schwerpunkte, die genauso wichtig sind. Wichtig ist die Unterstützung von Eltern – besonders von alleinerziehenden Elternteilen – mit ihren Kindern. Außerdem muss angesichts der vielen neuen Nachbar*innen in der großen Zahl an neu gebauten Gebäuden in Hellersdorf der soziale Zusammenhalt im Quartier noch mehr als vorher unterstützt und gefördert werden, wie es ja auch im Namen des Förderprogramms Sozialer Zusammenhalt angelegt ist.

 

Viel geplant

 

Ideen und Bedarfe für neue Projekte gibt es viele – die zweitägige Projektbörse machte das einmal mehr deutlich. Unter anderem wünschen sich Bewohner*innen im Quartier weitere Projekte, die dem Vandalismus begegnen und die Identifikation mit dem Wohnumfeld stärken. Der Start von zwei neuen Projekten ist schon in „trockenen Tüchern“: Noch in diesem Jahr startet das Projekt Große Klasse mit Angeboten für Eltern von Schüler*innen an der Pusteblume-Grundschule – anknüpfend an das dortige ElternNetzWerk. Außerdem geht erstmals ein Kooperationsprojekt von allen drei Hellersdorfer Quartiersmanagementgebieten an den Start, bei dem es um Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht. Man darf gespannt sein, was kommt und passiert.