Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Weltwassertags-Spaziergang

Unter Leitung von Dr. Hermann Wollner, Bewohner des Quartiers, fand am Freitag, den 18. März, ein Quartiersspaziergang zum Weltwassertag statt. Die Teilnehmer*innen diskutierten über die wichtige Ressource Wasser, die Grundessenz unser aller Lebens ist.


Text: Julian Krischan/Dr. Hermann Wollner/QM Hellersdorfer Promenade, Bilder: Julian Krischan

Seit 1993 findet, initiiert durch die Vereinten Nationen, jedes Jahr der "Weltwassertag" statt. Dabei wird die Wichtigkeit von Wasser als elementarem Lebensstoff weltweit durch Aktionen deutlich gemacht. Wasserknappheit lässt sich sowohl global wie auch konkret im Quartier beobachten. Während immer längerer sommerlicher Trockenperioden müssten zum Beispiel – wie zuletzt im Jahr 2018 — auch längst ausgewachsene Bäume mit zuvor bevorratetem Wasser versorgt werden.

 

Auf solche und weitere wichtige Fakten zum Thema "Regenwasser und Bäume im Quartier" machte Dr. Hermann Wollner, promovierter Agrarökonom, sachkundig - auf viele Zahlen gestützt - und unterhaltsam beim "Weltwassertags-Spaziergang" am Freitag, den 18. März, im Quartier Hellersdorfer Promenade aufmerksam. Als einer von dessen Bewohnern seit über 20 Jahren hatte er diesen Spaziergang mit organisiert, weitere Unterstützung kam vom Quartiersmanagement und v.a. dem dort laufenden Projekt "Sicher, sauber, hell – Stammtisch Grün". Unter den Teilnehmer*innen befanden sich neben weiteren Bewohner*innen auch Vertreter*innen von Umweltinitiativen, jeweils zwei Vertreterinnen der Wohnungswirtschaft mit Beständen im Quartier, der Leiter des bezirklichen Straßen- und Grünflächenamtes sowie die zuständige Referentin für Städtebauförderung des Bezirksamts. Sogar ein Wasserbau-Ingenieur aus Frankfurt/Oder war dabei!

 

Bei herrlichem vorfrühlingshaften Wetter konnte aufgrund der verschiedenen Blickwinkel der Teilnehmer*innen lebhaft über Ansätze und Lösungen diskutiert werden, um auf Quartiersebene die nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung und Baumpflege voranzubringen.

 

Ein Vorschlag von Herrn Dr. Hermann Wollner ist, das Regenwasser von den Dächern der Wohnungsblockbauten nicht in die Kanalisation, sondern in Zisternen abzuleiten und darin zwischenzuspeichern – ähnlich wie man es aus dem Mittelmeerraum kennt - und in Trockenperioden den Gehölzen zuzuleiten. "Regenwassermanager*innen" müssten dafür sorgen, dass Bäume und Grün in der Umgebung immer genau die Menge an Wasser bekommen, die sie benötigen. Die Kosten der Installation und der Pflegearbeit sind dem Wert der ökologischen und stadthygienischen "Leistungen" gegenüberzustellen. Pro Baum und Jahr kann diese "Leistung" mit 150 Euro veranschlagt werden. Würde eine entsprechende Summe in den Landeshaushalt eingestellt, wären auch die Aufwendungen dauerhaft getragen.

 

Die Vertreter*innen der Wohnungswirtschaft wandten ein, dass solche Ansätze an die Mieter*innen kommuniziert werden und es für die (Erst-)Investitionen finanzielle Anreizinstrumente geben müsse (worauf auch Dr. Wollner hingewiesen hatte). Die landeseigenen Wohnungsunternehmen seien zudem gehalten, einen beträchtlichen Teil ihrer neuen Wohnungen mit Mietpreisbindung ab 6,50 Euro/m² zu errichten. Auch andere klimafreundliche Zusätze wie z.B. Dachbegrünung, Stromspeicher zur Eigenenergieversorgung von Mieter*innen oder Fassaden in Holzbauweise werden oft nicht Teil der Neubauplanungen, weil die Berliner Landesverwaltung den vorstehend genannten Ansatz, Kosten und Leistungen des "Regen-zu-Baum"-Systems miteinander zu bilanzieren, noch nicht in Regelungen umgesetzt hat.

 

Im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung entsteht momentan gerade erst eine Studie zu Modellprojekten, die in dieser Hinsicht beispielhaft vorangehen und Wege aufzeigen. Die Teilnehmer*innen verabredeten, sich bald – noch vor dem "Weltwassertag" im kommenden Jahr – erneut zu treffen und zu den vorgetragenen Aspekten auszutauschen. Fachlichen Input soll es wieder über das Projekt "Sicher, sauber, hell – Stammtisch Grün" im Quartier geben, wie auch über das Kompetenzzentrum Großsiedlungen, das im "Baukasten" am U-Bahnhof Hellersdorf ansässig ist.

 

Es war ein sehr schöner Weltwassertags-Spaziergang mit angeregten Diskussionen und Austausch "auf Augenhöhe" zwischen Naturwissenschaftler*innen, Ökonom*innen und Verwaltungsfachleuten - genau so, wie man sich das wünscht.