Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade

Die KIEZREPORTER berichten:

Und auf dem Dach, da wird es grün

Ein großes Bauschild am Kieztreff in der Stendaler Straße 43 informiert über die "umweltpädagogisch orientierte Sanierung des Ökowürfels". Was darunter zu verstehen ist? Das Gebäude der Jugendfreizeiteinrichtung "Roter Baum" soll ökologisch saniert werden. Umwelt- und ressourcenschonende Aspekte sollen bei den Baumaßnahmen berücksichtigt, der Energieverbrauch deutlich gesenkt, die Lärmbelästigung künftig vermieden werden. Leben im Einklang mit der Natur ist nicht nur eine Frage der Vernunft, sondern auch eine Frage der Zukunft geworden.

Wir haben Martin Kleinfelder, Leiter der Jugendfreizeiteinrichtung, und Andreas Engel vom Ingenieurbüro Engel, Entwurfsverfasser und Koordinator aller Baumaßnahmen, dazu befragt.

"Zu uns kommen Jugendliche, die hier gemeinsam ihre Freizeit verbringen wollen.", gibt Martin Kleinfelder während eines Rundgangs durch die Räume einen kleinen Überblick. Insbesondere der Band-Probenraum ist sehr gefragt. Problematisch nur, dass keine Schalldämmung vorhanden ist. Da ist Ärger mit den Nachbarn vorprogrammiert, schildert Martin Kleinfelder die Situation. Außerdem war der allgemeine Bauzustand generell sehr schlecht. Es musste unbedingt etwas passieren. Nur - wie bezahlen? So ist das Team vom "Roten Baum" vor zwei Jahren auf die Idee gekommen, sich um Fördergelder aus dem Programm "Soziale Stadt" zu bewerben. Sie entwickelten ein ungewöhnliches Konzept, hatten dabei viele Helfer und reichten dieses beim Berliner Senat ein. Letztlich hat der Projektvorschlag vom "Roten Baum" den Zuschlag erhalten und im November 2009 konnte es endlich losgehen.

Baukoordinator Andreas Engel freut sich ebenso über die baulichen Möglichkeiten. Ein begrüntes Dach auf einem Gebäude inmitten der Hochäuser ringsum ist eine tolle Sache. Die langfristige Senkung des Energieverbrauchs durch das Dämmmaterial aus Pflanzenfasern oder recyceltem Material und auch die neuen Holzfenster sind einfach ein Gebot der Zeit. Das moderne Heizsystem, das endlich eine bedarfsgerechte Wärmeregulierung ermöglicht, war längst überfällig. "Eine Photovoltaik-Anlage, die Sonnenenergie in Elektroenergie umwandelt, wird auch installiert", freut sich Andreas Engel. Allerdings setzt hier die bauliche Substanz Grenzen. Da das gesamte Dach bepflanzt wird, kann nur das Vordach für diese Zwecke genutzt werden. Auch Erdwärme kann nicht - wie ursprünglich vorgesehen - genutzt werden. Die dazu erforderliche tiefe Erdbohrung macht weder finanziell noch ökologisch Sinn, meint Andreas Engel.

Und der Clou: Ein Großteil der umgesetzten ökologischen Maßnahmen soll erlebbar in den Räumen präsentiert werden. Wie ist denn so ein "grünes" Dach aufgebaut? Wie funktioniert eine Photovoltaik-Anlage? Was ist der Unterschied zwischen einer Dämmung aus Pflanzenfasern oder Styropor? Wie ist überhaupt die Energieeinsparung nach der ökologischen Sanierung? Alles Fragen, auf die die Nutzer "umweltpädagogisch" anschaulich Antworten finden sollen. Das ist noch einmal eine spannende Herausforderung für alle Akteure, geeignetes Material zu entwickeln. Zur Eröffnung im Mai 2010 kann es sich jeder selbst ansehen.

 

Interessant zu wissen:

Die Mittel für die ökologische Sanierung kommen aus dem Programm "Soziale Stadt", Quartiersfonds 4. Die Finanzierungszusage erteilte der Berliner Senat innerhalb des berlinweit ausgeschriebenen Wettbewerbs um spezielle Bauvorhaben.

Den Zuschlag für die Ausführung der Bauarbeiten am "Ökowürfel" erhielten überwiegend Hellersdorfer und Kaulsdorfer Firmen.

Die Jugendfreizeiteinrichtung beteiligt sich an den Baumaßnahmen mit der Ausführung von Malerarbeiten in Eigenleistung.

 

Text, Fotos & Weblayout: M. Carl, Kiezreporter

 

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